Genuss des Nichtstuns

Nichts tun.
Verschwendete Zeit,
da keine verwendete Zeit?
Vertane Zeit,
da nichts getan in der Zeit?

Nichts tun.
Ein Ding
der Unmöglichkeit?
Nein.
Ein Ding
unendlicher Möglichkeiten.

Ich sitze.
ich liege.
ich schlafe.
Ich träume.

Meine Augen sehen
Licht.
Farben.
Schönheit.
Sehen sie nichts,
genieße ich
die Bilder meiner Seele.

Meine Ohren hören
Töne.
Sätze.
Melodien.
Hören sie nichts,
genieße ich 
die Worte meiner Seele.

Meine Nase riecht
Natur.
Essen.
Menschen.
Riecht sie nichts,
genieße ich
den Duft meiner Seele.

Meine Zunge schmeckt
Wein.
Gewürze.
Schokolade.
Schmeckt sie nichts,
genieße ich
den Geschmack des Lebens.

Meine Haut spürt
Wärme.
Berührung.
Zärtlichkeit.
Spürt sie nichts,
genieße ich
die Wärme meines Herzens.

Ich sehe, höre, rieche.
Ich schmecke, spüre, fühle.
Ich atme.
Ich lebe.
Ich bin.

Nichts
wird
zur Unendlichkeit.
Zum Sein.
Ein

Das Porträt


Vor meinen Augen
seh ich dich,
dich lebenswerte Kreatur.
An irgendwen
erinnerst du mich,
verdammt noch mal,
wer bist du nur?

Was ich da sehe,
gefällt mir sehr.
Doch wer du bist,
weiß ich nicht mehr.

Ich schau so gerne
zu dir hin,
in deine Augen,
dein Gesicht.
Doch welches Wesen
steckt darin?
Ich kenn dich
und erkenn dich nicht.

Dein Bild und du
seid so zerrissen.
Fragend starre ich
dich an.
Nun lass es mich
doch endlich wissen,
wer dahinter
stecken kann!

Ich wär so gern
der Mensch vor mir,
kann dich aber
nur von außen sehn.
Fühl mich sehr
verbunden mit dir
und fleh dich an,
lass mich verstehen!

Endlich sagst du:
du weißt, wer ich bin.
Und zwinkerst mir
kopfschüttelnd zu.
Schau doch mal
genauer hin,
wer vor dir sitzt,
bist nämlich du!

geist entfliegt


wenn endlich 
der geist
entfliegt
vor der seele,
vor dem körper.
haut alleine
das gespür übernimmt.
tauche ich ab
vor der wahrheit
die die flucht
noch so klein
verschiebt
ins morgen.

liebessehnsucht

er
oder sie
oder ich
oder wir
jetzt
oder nie
oder irgendwann
mit ihm
oder irgendjemand
für kurz
oder lang
oder ewig.
sehnsucht
nach verbundenheit
nach liebe
zu ihm
von ihm
oder irgendjemand
das
was immer bleibt
so oder so
bin ich
und
Du
Du
Du
vielleicht.


liebe

die fänge der wolken
mich umarmend
fliegt die seele
frei herum
fliehend frei
zum rand des raums
ohne zeit
in ewigkeit.
weich gehalten
sinnbetörend
zaubert feenhaft mich weg

liebe

glück

glück
lässt mich
springen
zerspringen
wie himmelstöne
auf wolken über sternen
schleudern
funken
fliegen wie
sternschnuppen
schnuppern
intergalaktisch
unfassbar
umfassen
von herz
zu herz

leidenschaft

manchmal
ist die liebe
so wie sie ist
nichts als
leidenschaft
dann
ist die leidenschaft
so wie sie ist
nichts als
liebschaft
dann
ist das leiden
so wie es ist
liebe
die es nicht schafft
aus der liebschaft
eine liebe zu schaffen
die mehr
als leiden
schafft.

einsam

ein planet
mein planet
mit dem leben
unvereinbar?
einsam?
nur scheinbar!
milliarden sterne
in goldenem licht
nahe und ferne
verlassen mich nicht
niemals einsam
nur mit mir allein
mindestens zweisam
in der unendlichkeit
sein

nein

nein sagen?
nein!
weil du lieden musst
und ich leiden muss,
weil du leidest.
dann doch ja?
dann leide ich
und du freust dich.
nein fällt schwer
ja fällt leicht
und wiegt schwer.
das nach dem "nein"
ist dafür leicht
für mich.
das nach dem "ja"
ist dafür leicht für dich.
und ich trage schwer.
nein sagen?
ja!
also doch nein
weil ich es übe
und du suchst weiter
bis zum ja
das nicht meins ist.

Sternenfängerin

Wenn du nur noch bangst
erfüllt von großer Angst,
wenn nur noch die Ohnmacht
über deinen Geist wacht,
dann halte dein Kleidchen auf
und lass den Dingen 
ihren Lauf.
Dann öffne dein Herz
ohne zu erwarten.
Sei einfach da,
es braucht keine Taten.
Bewundere die
glitzernden Sterne.
Noch sind sie in weiter Ferne.
Doch schon bald wird einer nach dem andern
in dein geöffnetes Kleidchen
wandern.
Neugier und Überraschung
vertreiben dein Bangen.
Und Ohnmacht wandelt sich
in reines Empfangen.

Geborgenheit

Eben bin ich aus meiner
Schale gekrochen,
in ein neues Leben
aufgebrochen.
In starken Händen
warm geborgen
macht mir die Zukunft
keine Sorgen.
Ich fliege hinaus
in die große Welt
und schaue
ob es mir dort gefällt.
Viel Abenteuer wird es
dort draußen geben.
Viel Schönes werde ich
dort erleben.
Und fühl ich mich mal
sehr allein,
die Hände werden
bereit für mich sein.

Seelenbaum

Fest verwurzelt 
in der Erde,
damit ich schön
und weiblich werde.
Werd ich mit meinem Körper
Freundschaft schließen.
Aus meinen Armen
werden Äste sprießen,
die meine Seele 
zum Blühen bringen
und kleine Vögel
in ihnen singen.

Morgenglück

Guten Morgen,
du schöner Tag.
Du glaubst nicht, wie sehr
ich dich jetzt schon mag.
Draußen ruht die Welt
noch im Dunkeln,
während am Himmel
die Sterne funkeln.
Jeder Morgen
startet ganz neu
in einen Tag,
auf den ich mich freu.
Verzückt tanzt meine Seele
durch mein Zimmer.
So beginnen meine Tage
seit längerem immer.
Ich singe ein Lied
in falschen Tönen.
Daran könnt ich 
mich gewöhnen.
Mein Geist
ist voller Elan,
weil ich um fünf
schon dichten kann.
Im Fenster seh ich
mein Spiegelbild
und fühl mich glücklich,
frei und wild.
Mit Wärme im Herzen
sitz ich hier
Und sage: Ich liebe dich!
zu mir.
Der Tag wird wieder mal
bombastisch,
kreativ erfüllt
und nur fantastisch.
Bilder malen
und Bücher schreiben,
so kann mein Leben
immer bleiben.
Achtsam lebe ich
jeden Moment
der kein Gestern
und Morgen kennt.
Den ganzen Tag
das pralle Leben
und abends darauf
ein Gläschen heben.
Prost!

Jahreswechsel

Während das Jahr
zu Ende geht
und der Wind
durchs Feuer weht
wärmen die Flammen
unsere Hände
zu dieser schönen
Jahreswende.
Die Wärme wird
Altes vergeben
und Neuem
Nahrung geben.
Ich freue mich
aufs neue Jahr,
weil das alte
schwierig war.
Ein großer Schlüssel
für mein Glück
ist Dankbarkeit
in jedem Blick.
Selbstliebe wächst
in meinem Herz
befreit mich voll Mitgefühl
von altem Schmerz.
Zu mir selbst
führt meine Reise,
entspannt und wundersam
und weise.
Ein großes Wunder
ist geschehen,
das hätt ich nie 
vorausgesehen.
So also fühlt
sich Freiheit an.
Danke, dass ich das
erleben kann.
Heute fließe ich 
im Strom des Lebens.
Dieses Vertrauen
ist nie vergebens.
Ich bin so dankbar
für diese Stunden.
Die schwere Zeit
ist überwunden.

hinter den spiegeln

suche
nach dem ich
hinter den spiegeln
suche 
nach dem du
im spiegel
das du,
das mir zeigt,
was ich weiß,
aber nicht glaube.
noch nicht glaube.
das du,
das mir sichtbar macht,
was ich sehe,
aber nicht wahrnehme.
noch nicht wahrnehme.
das du,
das mir sagt,
was mein ich
mir sagen will,
aber nicht gehört wird.
noch nicht gehört wird.
das du,
das zum bild werden lässt,
was ich fühle,
aber nicht durchlasse.
noch nicht durchlasse.
ich weiß
ich sehe 
ich höre
ich fühle
nur hinter den spiegeln.
nicht immer
aber oft.
hinter den spiegeln,
die ein du brauchen,
damit das ich
im wir
den weg findet 
ins jetzt
den mut fasst
ins morgen.
aber

ich bin

die zwei kürzesten worte
die am längsten brauchen
um mehr als worte
zu sein

angekommen

die reise
ist niemals
vorbei.
trotzdem
bin ich angekommen.
in meiner heimat,
in meinem leben,
in mir,
in der freude,
dass die reise
niemals vorbei ist.

endlich vorbei

TOD.
Sehnsucht
nach Leben,
das endlich ist.
Endlich vorbei ist.
Weicht Freude,
dass das "endlich vorbei"
endlich
vorbei ist.
LEBEN.